Hinweise auf Rußablagerungen im Abgassystem von Dieseln
Die freiwilligen Software-Updates zur Senkung des NOx-Ausstoßes, die aktuell viele Hersteller bei Dieselfahrzeugen aufspielen, lösen offenbar neue Probleme aus. Hinweise von Anwälten und Lesern gegenüber auto motor und sport deuten darauf hin, dass insbesondere das AGR-Ventil im Abgasreinigungssystem durch Rußablagerungen so stark verschmutzt, dass es ausgetauscht werden muss. Leser teilten der Zeitschrift mit, dass zum Beispiel VW- und Audi-Werkstätten bei Fahrzeugen mit Software-Update die Kosten für den Austausch des Ventils übernehmen. Das deutet darauf hin, dass der Hersteller das Problem kennt. Gegenüber auto motor und sport streiten die Hersteller einen Zusammenhang zwischen Update und Rußablagerung ab.
Zur Verschmutzung des AGR-Ventils kann es kommen, wenn durch das Software-Update die Abgasreinigung auch dann arbeitet, wenn die Temperaturen nicht optimal sind. Bei niedrigen Temperaturen steigt unter anderem die Zahl der Rußpartikel. Es entsteht ein schmieriger Film (Versottung), der sich im Abgasreinigungssystem absetzt. Das kann dazu führen, dass AGR-Ventil und AGR-Kühler nicht mehr richtig arbeiten können.
Der Abgasreinigungsexperte Stefan Carstens, Geschäftsführer der Firma EngineSens Motorsensor in Viernheim, hält die aufgetauchten Probleme für plausibel. „Um Stickoxid-Emissionen zu verringern, müssen höhere Partikel-Emissionen in Kauf genommen werden. Das passiert beispielsweise auch, wenn das Temperaturfenster vergrößert und die Abgasrückführung schon bei niedrigeren Temperaturen als ursprünglich geplant aktiviert wird“, so der Experte. „Die Verbrennung ist schlechter, mehr Ruß gelangt in das Abgassystem und kann durch Kondensatbildung die Abgasrückführung blockieren.“
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